Kreisverband Baden-Baden

Kirchen sollen von Hubertusmessen Abstand nehmen

Die Bekehrung des Heiligen HubertusBaden-Baden, 18.11.2010:
»Hubertusmessen sprechen nicht für das Feingefühl der Kirchen. Ehrfurcht vor dem Leben sieht anders aus.« Mit diesen scharfen Worten kritisiert Gisela Mutke, Kreisvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Baden-Baden die Tradition von Hubertusmessen, die weit verbreitet ist.

Der Legende nach war Hubertus leidenschaftlicher Jäger. Eines Tages, gerade als er einen Hirsch schießen wollte, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen dem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: »Hubertus, warum jagst du mich?« - Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Tag an entsagte Hubertus der Jagd.

Trotzdem ist der November der traditionelle Monat der Hubertusmessen. Priester segnen die Waidmänner, ihre Waffen und die »Strecke« der getöteten Tiere. »Für mich bleibt es paradox, dass die Jäger gerade den Heiligen Hubertus als Schutzpatron auserkoren haben. Damit wurde die Hubertuslegende in ihr Gegenteil verkehrt: Der Sinn der Hubertuslegende ist doch wohl dieser, dass der Mensch nicht der Jäger, sondern der Beschützer und der Freund der Tiere sein soll. Dienten die Hubertusmessen diesem ursprünglichen Gedanken, so würde ich jede Kirche ermutigen, diese zu zelebrieren« , so Gisela Mutke.

Der oft qualvolle Tod von jährlich über 5 Millionen Wildtieren allein in Deutschland durch die jetzt praktizierte Form der Jagd hingegen sei sowohl traurig, als auch kaum mit christlichen Werten vereinbar. Solange die Segnung der Jagd und – damit zumindest gedanklich verbunden – der Waffen das Bild bestimmten, seien die Hubertusmessen mehr als nur unpassend für die christliche Gemeinschaft.

»Ich appelliere eindringlich an die Kirchengemeinden, die Türen für Hubertusmessen in der jetzigen Form verschlossen zu lassen. Viele der ethisch verantwortungsvoll denkenden und mitfühlenden Menschen könnten solche Messen als unzeitgemäß und verletzend empfinden«, mahnt die ÖDP-Kreisvorsitzende abschließend. Und: »Alle Jäger sollten sich Hubertus zum Vorbild nehmen und aufhören zu jagen!« (Bild: Die Bekehrung des Heiligen Hubertus; www.billerantik.de